Wie es emotional gelingt, drei Todestage rund um den eigenen Geburtstag von Trauer und Schwere zu innerem Frieden (und innerem Lächeln) zu wandeln

Meine innere Reise

Der Kalender hält nicht an, nur weil ich mit meinen Gefühlen überfordert bin und sie nicht sortieren kann. Die Tage verstreichen. Einer nach dem anderen. Diese eine Woche im Jahr rückt unaufhaltsam näher.

In mir sind es viele Gefühle gleichzeitig.

27.06. - 1. Todestag meines Vaters
28.06. - mein Geburtstag und 3. Todestag meiner Katze Lucy
01.07. - 5. Todestag meiner Katze Cassie

Seit 5 Jahren sind mein Geburtstag und der Tod eng miteinander verwoben. Im 2-Jahres-Rhythmus kam ein weiteres Ereignis dazu.

Ich weiß inzwischen, dass der physische Tod nicht das Ende ist.

Dass das, was uns Menschen und auch die Tiere ausmacht – unser inneres Licht, unser Leuchten, unsere Energie – nicht stirbt. Diese Energie verändert ihre Form.

Davon bin ich überzeugt, und es ist meine innere Wahrheit.

Mit Cassies und Lucys Tod bin ich in Frieden. Mit ihnen bin ich eng verbunden. Nach wie vor.

Mit dem Tod meines Vaters und dem nahenden Jahrestag kommt etwas anderes in mir hoch.
Ein altes Gefühl von Schwere, Trauer und Schmerz.

Gleichzeitig gibt es die Erinnerung an die Erfahrung, wie sich im Frieden sein mit dem Tod anfühlen kann.

Warum ist es jetzt anders?

Für mich geht es hier um Prägung.

Cassie und Lucy waren meine ersten Haustiere. Mit ihnen war alles neu. Kein so macht man das. Mit ihnen war es möglich, in jeder Phase ihres Lebens einen Weg zu wählen, der mir und meiner Sicht aufs Leben entsprach. In den rund 20 Jahren, die sie an meiner Seite waren, habe ich viele alte Weltbilder abgelegt. So auch den Blick auf das Sterben und den Tod. Durch sie durfte ich lernen, dass Sterben eine rückwärtige Geburt ist – hin zu der Erkenntnis, dass Seelen nicht sterben, sondern lediglich ihre körperliche Hülle abstreifen.

Katze Decke - Tiergespräche
Katze - Tiergespräch

Beim Sterben von Menschen ist es anders. Hier gibt es Geschichten und Erfahrungen, die mich geprägt haben. Beobachtungen, dass Menschen nach dem Tod eines geliebten Menschen sich für eine Zeit nicht mehr lebendig fühlen oder auch, dass das eigene Leben nicht mehr lebenswert erscheint.

Das gesellschaftliche 'Normal', das ich kennengelernt habe ist, dass Todestage Trauertage sind und bleiben.

Wie bringe ich nun diese zwei Realitäten in meinem Inneren in Balance, ohne emotional Achterbahn zu fahren?

Seit Monaten suche ich nach einer Lösung. Nach einer Antwort.

Diese Woche hat sie sich gezeigt. Beim Kochen. Mit Kopfhörern auf den Ohren. Singend und tanzend in der Küche.

Mit einem neuen Blick, der die Sicht auf die vier Daten im Kalender mit einem Satz komplett dreht.

Einem Satz, der mir ein inneres Lächeln schenkt. Der meine innere Anspannung auflöst. Der mich aufatmen und zur Ruhe kommen lässt und mir inneren Frieden zurückbringt.

Der neue Satz lautet:

Ich feiere viermal Geburtstag.

Drei Himmels-Geburtstage und meinen, ganz irdisch.

Kann es so einfach sein?
Ich habe erfahren: JA!

Mir ist bewusst, dass dieser Perspektivwechsel bei vielen Menschen zu Kopfschütteln führen kann. Vielleicht zu innerem Widerstand. Das ist völlig in Ordnung.

Wäre das Leben nicht leichter, wenn wir Todestagen die Schwere nehmen und sie wie Geburtstage betrachten?

Vielleicht ist dieser Wunsch naiv. Vielleicht unrealistisch.

Und doch lade ich Dich ein, diese Sichtweise für einen Moment in Dir zuzulassen. In Dir nachzuspüren, ob nicht auch bei Dir dadurch etwas Erleichterung einkehrt.

Nicht, dass ich missverstanden werde. Natürlich bin ich traurig, dass mein Vater und meine Katzen nicht mehr bei mir sind. Aber ich spüre deutlich, wie mir dieser neue Blick auf Todestage Trost, inneren Frieden und Zuversicht schenkt.

Spür mal hin.
Vielleicht geht es auch Dir damit ein bisschen besser.

Das wünsche ich dir.